Funktionen Kamera

M – MANUELL

Der Betriebsmodus M ermöglicht bei digitalen Spiegelreflexkameras eine manuelle Steuerung fast aller Aufnahmeparameter. Dieser Modus eignet sich sehr gut bei Aufnahmen unter gleichbleibenden Lichtbedingungen und wenn genügend Zeit zur Einstellung von Blende und Verschlusszeit vorhanden ist. Achtung! Bei einigen digitalen Kompaktkameras verbirgt sich hinter dem Betriebsmodus M lediglich eine Vollautomatik, bei der Parameter wie z. B. ISO-Zahl und Autofokusmodus eingestellt werden können.

Einsatz

  • Dieser Modus eignet sich sehr gut bei Aufnahmen unter gleichbleibenden Lichtbedingungen und wenn genügend Zeit zur Einstellung von Blende und Verschlusszeit vorhanden ist
  • Einsatz vor allem bei speziellen Belichtungszeit- und Blendenkombinationen evtl. in Verbindung mit einer Belichtungskorrektur
  • Auch Belichtungsreihen lassen sich sehr individuell gestalten
  • In Verbindung mit Blitzlicht lässt sich der Einfluss des vorhandenen Lichts sehr gut steuern

Bedienung, Möglichkeiten und Probleme

  • In diesem Modus kann vom Fotografen die Zeit und die Blende frei vorgewählt werden
  • Es greift keine Automatik
    • Der Fotograf ist für die korrekte Einstellung von Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert verantwortlich
    • Die Kameras bieten hierzu jedoch eine Hilfestellung, die Lichtwaage (Standardbelichtungsindex) im Sucher

P – PROGRAMM (Bracketing)

Die animierte Grafik oben zeigt, wie das sogenannte Bracketing funktioniert. Viele Kameras haben Halbautomatik-Programme (oft mit „P“ gekennzeichnet), bei denen Blende und Zeit mit einem Drehrad gleichzeitig verändert werden können.
Der Clou dabei ist, dass die Belichtung immer korrekt ist, Sie aber Einfluss auf kurze oder lange Belichtungszeit bzw. kleine oder große Blende haben. Die ISO bleibt auf dem vorher festgelegten Wert und ändert sich (meist) nicht.
Mittels des Bracketings haben Sie eine gute Möglichkeit, erste sichere Schritte in Sachen Kreativität bei der Belichtung zu machen. Im Fokus dieser Option stehen nur Blende und Zeit – ISO ist aus diesem Spiel (meist) raus, da sie feststeht.
Mit Ihrem bisher erlangten Wissen und der Bracketing-Funktion können Sie nun ganz schnell am Drehrad z.B. auf eine große Blende (kleine Zahl) drehen, um wenig Schärfentiefe für ein Portrait zu bekommen. Im nächsten Atemzug können Sie direkt das Drehrad auf eine kurze Zeit drehen, um ein schnell bewegtes Objekt zu fotografieren.
Mittels der Bracketing-Funktion haben Sie immer beide Werte (Zeit und Blende) im Blick und je nach dem, was Sie gerade favorisieren, komponieren Sie Ihr Foto damit selbst, egal ob Sie z.B. viel oder wenig Schärfentiefe bzw. viel oder wenig Bewegungsunschärfe haben wollen.
Schnell und einfach öffnet sich Ihnen damit der Weg in eigene und kreative Belichtungsmöglichkeiten ohne auf den Komfort einer beinahe kompletten Vollautomatik zu verzichten.
Anzumerken sei noch, dass die Kameraautomatik in der Regel (ist von Kamerahersteller zu Kamerahersteller unterschiedlich) hin und wieder eingreift, sollten Sie Werte vorgeben wollen, die nicht sinnig zu belichten sind, wie z.B. 1/1000 bei Dunkelheit. Hier greift eine Korrekturfunktion ein (nennt sich u.a. „Automatisches Bracketingende“), die dann die Werte von Zeit und Blende so verschiebt, dass wieder eine sinnige Belichtung möglich ist – ggf. wird auch der ISO-Wert von der Korrekturfunktion verändert.
Dennoch bleibt die Bracketing-Funktion ein gutes Mittel für Schnappschüsse mit erheblichen Einfluss auf das Belichtungsergebniss wie z.B. viel oder wenig Schärfentiefe bzw. viel oder wenig Bewegungsunschärfe.

A – ZEITAUTOMATIK

Die Zeitautomatik (A, AV) ist eine gute Alternative zur Vollautomatik und bietet die Möglichkeit wichtige Aufnahmeparameter festzulegen. Dieser Modus wird vor allem zur gezielten Steuerung der Schärfentiefe eingesetzt.

Einsatz

  • Für manche Fotografen ist die Zeitautomatik (A, AV) ebenfalls eine Alternative zur Vollautomatik
  • Kontrolle der Kameraeinstellungen ist notwendig
  • Dieser Modus wird vor allem zur gezielten Steuerung der Schärfentiefe eingesetzt – häufig zur Kontrolle der Schärfentiefe in Verbindung mit der Abblendtaste

Bedienung, Möglichkeiten und Probleme

  • In diesem Modus kann vom Fotografen die Blende vorgewählt werden
  • Die Kamera wählt (im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Belichtungszeiten) die Belichtungszeit selbst
  • Wichtig – Kontrolle der Kameraeinstellungen
    • kann durch entsprechende ISO-Einstellung die gewünschte Blendeneinstellung beibehalten werden (übersteigt die geforderte Belichtungszeit die techn. Möglichkeiten der Kamera kann evtl. die ISO-Zahl verringert werden bzw. bei zu langer Belichtungszeit erhöht werden)
  • Zudem ist auf die erhöhte Verwacklungsgefahr bei zu langen Verschlusszeiten zu achten

S – BLENDENAUTOMATIK

Die Blendenautomatik ist ein halbautomatisches Belichtungsprogramm, mit welchem Sie die Verschlusszeit vorwählen. Die Kamera ermittelt dann automatisch den korrekten Blendenwert, sofern die Lichtverhältnisse in der entsprechenden Bandbreite liegen.

Die Blendenautomatik wird an vielen Kameras mit dem Buchstaben „S“ abgekürzt (engl. shutter priority).

Die Blendenautomatik wird für Motive verwendet, bei denen die Verschlusszeit eine wichtigere Rolle spielt (Wischeffekte mit Wasser, Sportfotografie, Motive zum „Einfrieren“).

Einsatz

  • Dieser Modus wird vor allem zur gezielten Kontrolle der Belichtungszeit eingesetzt
  • Empfehlenswert vor allem dann, wenn bei mehreren aufeinanderfolgenden Aufnahmen die Belichtungszeit kontrolliert werden soll – bei lediglich einer Aufnahme s. Programmautomatik und Programm-Shift

Bedienung, Möglichkeiten und Probleme

  • In diesem Modus kann vom Fotografen die Zeit vorgewählt werden
  • Die Kamera wählt (im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Blenden) die Blende selbst um eine ausreichende Belichtung zu erreichen
  • Kurze Verschlusszeiten ermöglichen es Bewegungen scharf abzubilden (zudem geringere Gefahr der Verwacklung)
  • Lange Verschlusszeiten ermöglichen es Bewegungen unscharf (verwischt) darzustellen (z. B. Mitzieheffekt)
    • kann durch entsprechende ISO-Einstellung die gewünschte Verschlusszeit beibehalten werden (Übersteigt der geforderte Blendenwert die technischen Möglichkeiten des Objektivs so kann evtl. die ISO-Zahl verringert – bzw. erhöht werden)
  • Zudem ist auf die erhöhte Verwacklungsgefahr bei zu langen Verschlusszeiten zu achten

AUTO – Vollautomatik

Die „Vollautomatik“ ist eine Erweiterung der Programmautomatik (P). Häufig wird diese farblich besonders gekennzeichnet (meist grün). Diese Automatik nutzt sowohl Blende als auch die Belichtungszeit, um die Belichtung des Bildes zu steuern. Bei einigen Herstellern wird zudem auch die ISO-Zahl je nach Anforderungen an eine Verwacklungsreduktion variiert. Dieser ISO-Bereich ist bei einigen Kameras auch durch den Nutzer nach oben hin begrenzbar (ISO-Max). Dies macht Sinn, da die Bildqualität mit erhöhter ISO-Zahl deutlich abnehmen kann. Doch dann (nicht nur dann) sollte man in besonderer Weise der Belichtungszeit Aufmerksamkeit schenken, um die Verwacklungsgefahr einschätzen zu können. Dieser Modus ist in Verbindung mit der richtigen Fokussierungstechnik (und evtl. einer Belichtungskorrektur) für sehr viele Motivsituationen geeignet.

Vorgänge beim Druck auf den Auslöser:

  • Fokussierung
    • Die Kamera muss hierbei erkennen, wo das Hautmotiv im Bild steckt bzw. was für den Fotografen wichtig ist. Dies kann sehr stark variieren und die Kamera zu einer „Fehleinschätzung“ bewegen.
  • Messung der Helligkeit des Motivs in verschiedenen Bildbereichen
    • Auswertung der Helligkeitsinformationen und Umsetzung dieser anhand der Parameter:
      • Belichtungszeit
      • Blende
      • ISO-Wert
    • Die Kamera muss hierbei ebenfalls erkennen, wo das Hautmotiv im Bild steckt bzw. was für den Fotografen wichtig ist. Auch dies kann sehr stark variieren und die Kamera zu einer weiteren „Fehleinschätzung“ bewegen.

Diese vereinfachte Darstellung der Vorgänge beim Druck auf den Auslöser zeigt bereits zwei wesentliche Problembereiche bei der Nutzung von Vollautomatikfunktionen auf, die ihre Ursache darin haben, dass eine Kamera nicht erraten kann, welche kreativen Ideen der Fotograf bei der Aufnahme verfolgt. Um diesem Problem zu begegnen, ist eine Auseinandersetzung mit der Fokussierung, Belichtungsmessung und Belichtungssteuerung unumgänglich.